Peleliu und das sinnlose Grauen des Krieges…
Artikel vom 28. Januar 2010
… ich glaube, anders ist jener Kriegsakt, der sich in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 auf dieser kleinen Insel abspielte, nicht zu bezeichnen. Japan war seit dem Kauf Palaus im Jahre 1914 (Verkäufer war seinerzeit das Deutsche Kaiserreich) Herrscher über die malerische Inselwelt im westlichen Pazifik.
Mit dem Beginn des 2ten Weltkrieges geriet die Inselgruppe mitten ins Geschehen der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Japan. Rund 12.000 japanische Soldaten waren allein auf Peleliu stationiert. Nun hatte sich die Armeeführung Amerikas entschieden, die Herrschaft Japan auf dieser Insel zu beenden. Doch anstatt einfach eine Seeblockade einzurichten und abzuwarten, bis Hunger und Durst den Gegner zur Aufgabe gezwungen hätte, wurde der Befehl zur Erstürmung Pelelius gegeben. 28.484 US-Amerikanische Soldaten wurden in Marsch gesetzt. Mit verheerenden Folgen. 70 Tage dauert die Schlacht um ein Eiland, welches weder militärstrategische Bedeutung hatte noch über irgendwelche Bodenschätze verfügte. Es war dem starrsinnigen Willen zweier Feldherren zu verdanken, dass am Ende auf der einen Seite außer 19 gefangenen Soldaten alle Japaner ihr Leben in dieser sinnlosen Schlacht verloren. Und auf Seiten der US-Amerikaner 1.460 Tote und 6.459 Verwundete zu beklagen waren.
Noch heute sind Spuren zu sehen. Ein abgeschossenes Flugzeug, mehrere zerstörte Panzer. Nicht zu sehen aber noch immer gefährlich sind all die Mienen und nicht explodierten Granaten und Bomben, die über große Teile der Insel verstreut im Dschungel liegen. Die Menschen auf Peleliu haben so auch noch 66 Jahre danach unter der Schlacht zu leiden.
Abgelegt unter Palau im Pazifik
