Baikalsee, Ulan Ude und Lenin – wenn alles anders kommt

Artikel vom 22. Oktober 2011

Es ist nichts aus dem Plan geworden, entlang der BAM von Ust-Kut nach Tynda zu fahren. Wir haben keine Genehmigung bekommen, die Eisenbahnbrücke mit dem Auto zu befahren (an einer Stelle bei Kuanda fehlt seit dem Frühjahr die hölzerne Straßenbrück). Und auch die Alternative, bei der Bahn für das entsprechende Teilstück einen offenen Waggon zu bekommen, damit wir unseren Geländewagen auf diese Weise über den Fluss transportieren zu können, ist gescheitert.

Es hätte diese Möglichkeit gegeben, allerdings mit einem irren Zeitaufwand. 2 Tage für Organisation und Papierkram, wohl 5 bis 7 Tage für den eigentlichen Transport, anschließend nochmals einen Tag, um wieder das Auto zu bekommen. So viel Zeit haben wir leider nicht. Zumal keiner versprechen konnte, ob es wirklich dabei bleiben würde. Es waren auch 14 Tage im Gespräch, schließlich sei man im Norden und in Sibirien, da könne alles geschehen.

Wir haben uns deshalb anders entschieden, für die Südroute. Sprich von Ust-Kut zurück nach Bratsk und dann via Irkutsk, dem südlichen Baikalufer und Ulan Ude, Tschita  nach Wladiwostok. Rund 5100 Kilometer.  Der erste ganz große Teil davon ist absolviert. Die Bilder und die dazugehörigen Geschichten sind hier:

PS: Die Geschichte vom Baikalsee ist inzwischen auch im MDR bei Dabei ab Zwei gelaufen und steht als Video zur Verfügung

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Wo Leben anders ist – 20 Jahre Junkers Weltreisen

Artikel vom 14. Oktober 2011

Am Sonntag um 21.00 Uhr startet im MDR eine dreiteilige Reportage der ganz besonderen Art. Wo Leben anders ist – 20 Jahre Junders Weltreisen ist ein Rückblick auf all meine Filme der letzten zwanzig Jahre. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie und Ihr zusammen mit mir auf eine Weltreise durch 101 Länder aufbrechen würden/würdet.

Teil 1 an diesem Sonntag, die beiden folgenden am Sonntag, 23. 10. und Sonntag, 30. 10.2011, jeweils um 21.00 Uhr im MDR Fernsehen.

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Zwei Hühner in Tajura – oder ein eingelöstes Versprechen

Artikel vom 13. Oktober 2011

Vielleicht haben Sie schon mein jüngstes Video gesehen. Da gab es ein Versprechen, vor mehr neun Jahren gegeben.

Die Geschichte geht so. 2002 waren wir auf der Lena in Richtung Jakutsk unterwegs. In dem kleinen Ort Tajura haben wir angelegt, wollten das Rentnerpaar Galina und Rudolf besuchen. Ursprünglich lebten sie in Ust Kut, aber da sie dort keinen eigenen Garten hatten und die Rente nicht zum Überleben reichte, zogen ins 90 Kilometer entfernte Tajura. Dort hatten sie ein kleines Haus und einen  Acker, der zumindest so groß war, dass sie sich alles anbauen konnten, um über die Runden zu kommen. Was fehlte, jagte und fischte Rudolf in der Umgebung.

Nun kam also das Fernsehteam vom MDR. Galina zeigte uns damals voller Stolz alles, auch ihre zwei Schweine. Der Weg zum Stall führt vorbei an den Hühner. Und für die war das ein bisschen zu aufregend. Zwei entflohen und waren auch nicht mehr gesehen. Also versprach ich Galina und Rudolf, das ich wiederkommen und ihnen zwei neue bringen werde. 2006 im Winter (im Zuge der Filmproduktion “Jenseits der Wärme”) habe ich es schon einmal versucht, scheiterte allerdings an einigen hohlen Eisplatten. Aber vor drei Tagen war es endlich soweit. Das Versprechen konnte eingelöst werden.

Hier sind die Bilder dazu. Und nicht vergessen, das Video (gesendet in “Dabei ab Zwei”) anschauen!

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Auf dem Weg nach Ostsibirien

Artikel vom 7. Oktober 2011

Mitunter sind die Entfernungen in Russland recht gewaltig. Vor ein paar wenigen Tagen waren wir noch in Workuta, nun sind wir rund 650 Zug- und 5800 Autokilometer weiter östlich in Bratsk. Von hier aus starten wir zur letzten ganz großen Etappe. Entlang der BAM (Baikal-Amur-Magistrale) wollen wir bis nach Tynda fahren. Dabei gibt es ein großes Problem. Es fehlt an einer  Stelle eine große Brücke über einen rund 100 m breiten Fluss.  Eventuell können wir die Eisenbahnbrücke nutzen. Die Genehmigung dafür oder entsprechende Alternativen werden wir in den nächsten Tagen in Ust-Kut einholen bzw. erörtern.

Auf dem Weg will ich zudem Anna und Rudolf in Tajura treffen. Vor 9 Jahren habe ich das alte Ehepaar besucht. Jetzt will ich sehen, wie es ihnen in dem abgelegenen Dorf an der Lena geht. Und dann möchte ich noch ein Versprechen einlösen. Als ich damals bei ihnen waren, entflohen während der Dreharbeiten zwei Hühner und kamen nicht mehr zurück. Ich versprach daraufhin dem Rentnerpaar, das ich zurückkommen werde – mit zwei neuen lebenden Hühnern. Nun ist die Zeit dafür gekommen.

Eines will ich nicht vergessen. Auf unserem Weg in den letzten Tagen haben wir bei der Caritas in Omsk Station gemacht. Schwester Elisabeth und ihr Team kümmern sich dort um die, für die in der russischen Gesellschaft fast kein Platz mehr ist.  Die Rede ist von den Obdachlosen und von jenen Menschen, die von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt sind. Und davon gibt es sehr viele. Mehr dazu im aktuellen Video!

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Ein Konzert der ganz besonderen Art

Artikel vom 2. Oktober 2011

Eigentlich wollten wir nach der langen Fahrt von Omsk im Hotel in Novosibirsk nur noch ein Bier trinken und dann ins Bett gehen. Daraus ist nichts geworden. Denn da stand in der Hotelhalle ein Klavier. Und irgendwann fing ein unscheinbarer, älterer Mann ganz leise an, darauf zu spielen. Er intonierte Ludwig van Beethovens  Mondscheinsonate. So einfühlsam, so leidenschaftlich. Unglaublich.

Schließlich kamen einige andere Männer dazu, jüngere, ältere. Alle kamen von draußen. Wenig später stellte sich heraus, von wo sie kamen und was sie verband. Sie sind Mitglieder des Russischen Nationalorchester. Am Abend hatten sie in Novosibirsk ein Konzert vor ausverkauftem Haus gegeben. Und nun hatten sie noch lange nicht genug. Einer nach dem anderem saß am Klavier, zuerst der Konzertmeister. Kurz vor dem Ende gegen fünf Uhr gab es ein wunderbares Duo. Klavier mit zum Schlagzeug umfunktionierter Mülleimer. Wir durften dies filmen. Russische Seele  in ihrer ganz eigenen Tiefe. Demnächst hier zu sehen.

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Workuta – Leben zwischen Tundra und Gulagvergangenheit

Artikel vom 27. September 2011

Wir sind zurück aus der Region um Workuta. Es waren sehr intensive und auch verrückte Tage. In und um Workuta herum haben wir die Geschichte der Stadt erfahren – oder besser gesagt das besichtigt, was davon noch vorhanden ist (die historische Aufarbeitung in Russland in Sachen Stalin und Gulags läuft auf ihre ganz eigene Art).

So gab es das Lager “Berlin 2″. Zu sehen gibt es heute außer ein paar Holzresten nichts. Ein wenig entfernt liegt der Friedhof von “Berlin 2″. Er wird nun mühsam mit ein paar Kreuzen zurück in Erinnerung gebracht. Über Teile des Friedhos verläuft allerdings inzwischen eine Teerstraße.

Auch von all den anderen über 100 Lagern in und um Workuta herum ist so gut wie nichts mehr vorhanden. Es wird jedoch an ein paar Projekten gearbeitet, die die Geschichte aufarbeiten sollen. Ein Grund dafür liegt in der Monostruktur der Stadt. Workuta ist völlig auf den Bergbau ausgerichtet. Doch der ist in großen Teilen nicht mehr rentabel, die meisten Zechen sind schon dicht. Von einst (1986) 230.000 Einwohnern werden in ein paar Jahren wohl nur mehr 60.000 übrig bleiben. Für Einnahmen soll dann nicht nur der Bergbau sorgen, sondern auch Geschichts-Tourismus.

Wir waren jedoch nicht nur in Workuta, sondern auch in der Tundra und dem nördlichen Uralgebirge. Hier die Geschichten und Fotos.

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Noch immer im Ural, aber jetzt weit oben im Norden.

Artikel vom 18. September 2011

Die Region um Cheljabinsk liegt hinter uns, heute wollen wir von Uchta aus mit dem Zug nach Workuta fahren. Mit dem Auto können wir dort nicht hin, es fehlt eine Straße. Nur im Winter, wenn der Boden und die Flüsse gefroren sind, kann man mit dem eigenen Fahrzeug bis ganz in den Norden hinauf.

Also werden wir den Zug nehmen und eine Nacht lang dort das Treiben betrachten. Mit uns dabei ist Renat. Er hat schon in den vergangenen 7 Tagen für uns gedolmetscht. Nun will er sich den nördlichen Teil des Urals nicht entgehen lassen. Noch nie war er dort. Für ihn ist es eine Entdeckungsreise in seinem Heimatland. Uns kommt das mehr als gelegen. Schon die Fahrt nach Uchta war sehr lehrreich. Renat kann uns vieles erklären, was wir am Wegesrand sehen. Und die Kommunikation mit den Menschen wird durch ihn natürlich auch einfacher und intensiver.

Die Geschichte Workutas ist die der Gulags. Wie aber sieht es heute aus? Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion haben die meisten Kohlebergwerke dicht gemacht. Nicht sofort, aber die Marktwirtschaft hat auch diese nördliche Stadt erreicht.

Von Workuta aus werden wir mit einem „Allwegefahrzeug“ den Ural ostwärts überqueren. Vorbei an Rentierzüchtern, vorbei an einstigen Gulags. Unser Ziel ist Labytnangi, eine kleine Stadt, die an einem Seitenarm des Flusses Ob liegt.

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Cheljabinsk und der Stahl

Artikel vom 14. September 2011

Die Region um Chelabinsk ist vor allem wegen der Stahlproduktion und dem Maschinenbau die zur Zeit beste Wirtschaftsregion in Russland. Wir sind für viert Tage hier, habe in dier Zeit unter anderem den deutschen Stahlhändler Helge Siemer begleitet. Hier ein paar Impressionen von seinem Besuch im Rohrwalzwerk Cheljabinsk.

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Ein Teil der russischen Seele – Wodka!

Artikel vom 14. September 2011

Wir waren mitten im südlichen Uralgebirge in der Stadt Zlatoust in einer Wodkadestille. Jedes Jahr trinken die Russen durchschnittlich 10 Liter offiziell hergestellten Wodka zuzüglich 20 Liter illegal destillierten Wodka. Putin hat dem jetzt den Kampf angesagt. Alte traditionelle Marken werden wiederbelebt – wie jene aus Zlatoust. Sie sollen den Markt mit hochwertigem Wodka zurückerobern. Ob das gelingt bleibt fraglich. Denn die russische Regierung hat gleichzeitig beschlossen, den Preis für Wodka bis ins Jahr 2015 zu verdoppeln.

Wie auch immer, für den nächsten Monat lautet der Auftrag 250.000 Liter Wodka in Zlatoust zu produzieren.

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Das Uralgebirge und ein verlorenes Stativ

Artikel vom 14. September 2011

Kann man sein Kamerastativ verlieren ohne es zu merken? Und vor allem, ohne es wieder zu finden? Man kann.

Die Geschichte geht wie folgt:

Wir waren tief im Süden des Uralgebirges in dem kleinen Dorf Minjar. Nein, wildromantisch ist es dort nicht. Die örtliche Stahlwalzfabrik ist fast völlig am Boden, Neubauten wie in anderen Teilen Russlands sucht man hier vergebens. Aber es gibt einen Unternehmer, der versucht mit viel Elan die Fabrik wieder zum Laufen zu bringen. Nach den Dreharbeiten im Werk hat er uns in eine entlegene Berghütte eingeladen. Dorthin zieht er sich mit seinen Freunden zurück, wenn er für sich sein will, wenn er Abstand vom Alltag braucht. Es ist eine ganz einfach Hütte mit einer Banja. Geheizt wird mit Holz, die Kochstelle ist draußen unter Tannen.

Und die Anfahrt geht über einige Forstwege und viele Kilometer lang querfeldein. Durch tiefe Rinnen, ausgefahrene Schlammspuren und absolut unbefestigten Pisten. Dabei ist es passiert. Unser Allradfahrzeug hat alles wunderbar gemeistert. Nur von unserem Aufbau ist die Heckklappe aufgesprungen, das Stativ bei irgendeinem Schlagloch rausgeflogen. Gemerkt haben wir es erst, als wir an der Hütte waren. Eine intensive Suchaktion hat nichts gebracht.

Inzwischen haben wir ein neues Stativ bekommen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte…

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