Monatsarchiv für April 2011

Geschichten & Gesichter aus Weißrussland – Filmvorschau – Teil 1

Artikel vom 15. April 2011

Der Film ist fertig geschnitten. Am Ostersonntag erfolgt um 18:05 Uhr auf MDR-TV die Erstausstrahlung. Danach können Sie den Streifen in der MDR Mediathek jederzeit sehen. 

Wer bis dahin nicht warten möchte, für den haben wir hier schon mal ein paar Geschichten nund Gesichter aus dem Film.

Am Anfang steht der grandiose  Beloweschskaja Puscha Nationalpark. Hier ein Auszug aus dem Filmtext:

Nicht irgendeiner ist es, nein, ein ganz besonderer. Und stolz sind die Belarussen auf ihn, denn er ist der Urwald Europas schlechthin, er ist der älteste des Kontinents. Beloweschskaja Puscha sein Name, einst reichte er von den französischen Pyrenäen bis zum russischen Uralgebirge.  Heute teilen sich Polen und Weißrussland das, was der Mensch nach Jahrhunderte langem Raubbau übrig gelassen hat. Immerhin, es sind noch rund 1450 Quadratkilometer, eine Fläche, doppelt so groß wie Berlin. Im Ersten Weltkrieg  wurde extrem viel abgeholzt, man verlegte damals  extra 320 km Eisenbahnschienen, um schneller das begehrte Gut abtransportieren zu können. Holz wurde gebraucht für die Schützengräben. Aber auch Zaren und Könige in den Jahrhunderten davor haben den Wald intensiv ausgeschlachtet und für sich zur Jagd genutzt.  Inzwischen ist der Wald geschützt, mit seinen Nadel- und Laubbäumen zum Biosphärenreservat ernannt.

Und zum Glück gibt es auch sie wieder – Wisente. Nach dem Ersten Weltkrieg  gab es auf der ganzen Welt noch 50 Exemplare. Doch die drohende Ausrottung konnte verhindert werden.

Impressionen aus dem Nationalpark



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Weißrussland Teil 3 – Schwierige Wirtschaftslage

Artikel vom 14. April 2011

Weißrussland braucht dringend neue Devisen, die finanzielle Lage des Landes ist angeschlagen. Man hat deshalb auf dem internationalen Geldmarkt viele Anleihen ausgegeben, sich so Kapital besorgt. Doch die Zinsen dieser Wertpapiere wollen bedient werden. Deswegen wurden staatliche Unternehmen wie etwa BELARUSKALI in Soligorsk in offene Aktiengesellschaften umgewandelt. In der Hoffnung, das sich nun ausländische Investoren beteiligen. Und so viel Geld in die klamme Staatskasse gespült wird.

BELARUSKALI – ist der zweitgrößte Produzent von Kaligranulat weltweit. Gleich vier große Gruben gibt es in und um Soligorsk herum. 200 Kilometer lang sind die Förderbänder, mehr als 800 Kilometer Stollen haben sie unter Tage in das Gestein getrieben.   Bis in eine Tiefe von 1000 m bauen sie das begehrte Erz ab. Und noch lange nicht sind sie am Ende angekommen. Für die nächsten 100 Jahre reichen die Vorkommen.

In der Kalifabrik zu Soligorsk

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Weißrussland Teil 2 – Landwirtschaft & Leinentuchproduktion

Artikel vom 14. April 2011

Wir wollten sehen, wie Landwirtschaft in Weißrussland funktioniert. Aber einfach auf einen Bauernhof fahren, Stall, Tiere und Landmaschinen begutachten, nein das geht nicht. Wir haben die Rechnung ohne die Menschen von Bezdesch gemacht. Bevor wir die Kühe sehen dürfen, werden wir mit Brot, Salz und Musik empfangen. So, wie es bei ihnen Tradition ist, wenn Gäste von weit her kommen. Und – wir sollen erst einmal ihre Leinentuchproduktion kennen lernen. Frauen und Kinder haben sich zusammengefunden, sie wollen uns zeigen was ihr Stolz ist und schon immer war seit vielen, vielen Generationen, ganz gleich welche politischen Kräfte auch immer an der Macht waren.

Gefragt sind ihre Tücher, Schürzen und Hemden weit über die Grenzen ihres Landkreises hinaus. Sogar im Nachbarland  Polen werden sie auf einigen Messen verkauft – und auch in Deutschland gibt es Kunden.  300 Euro beträgt der Durchschnittslohn in Weißrussland,  auf dem Land ist es deutlich weniger. Da helfen die Einnahmen, die sie mit ihren Leinentüchern erzielen.

Auch in einem anderen Haus müssen wir noch vorbeischauen, bevor wir uns dem Thema Landwirtschaft widmen können. Brotbacken, in Bezdesch halten sie es damit so wie in vielen anderen Dörfern auf dem Land. Es ist eine Sache, die zu Hause erledigt wird. Backwaren im Laden zu kaufen, dafür wird kein Geld ausgegeben.

Schließlich besuchen wir eine private Genossenschaft, nichts ungewöhnliches in Weißrussland. 4800 ha Ackerland, 4160 Rindviecher. Im Jahr 2010 haben sie 8360 Tonnen Milch verkauft. Stolze Zahlen. Umgerecht 25 Eurocent pro Liter bekommen sie, damit können sie gut leben. Zu verdanken haben sie dies auch ihren modernen technischen Geräten. Die meisten davon stammen allerdings nicht aus dem eignen Land, sondern größtenteils aus Deutschland. Der Chef erklärt uns, dass es ohne Technik aus dem Ausland nicht geht. Die im Land produzierten Maschinen seinen viel zu änfällig.

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