Noch ein paar Bilder aus Weißrussland
Artikel vom 28. Februar 2011
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Fotos aus Belarus
Artikel vom 28. Februar 2011
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Gut in Weißrussland angekommen…
Artikel vom 28. Februar 2011
… und die Dreharbeiten laufen prima. Zuerst haben wir den großen Nationalpark Belaweschhskaja Pushcha besucht. Er gilt als der Rest des riesigen Waldes, der einst über die europäische Ebene ausgedehnt war. 392 Wisente (stehen auf der Liste der bedrohten Tierarten) haben hier ihre Heimat und wir hatten Glück, sie aus gebühremden, dennoch reichlich nahen Abstand vor die Kamera zu bekommen.
Die weiteren Stationen bisher waren der Ort Kamenez mit seinem historischen Wehrturm und der beeindruckenden St. Simeon Kirche. Welch grandioser Altar mir vielen historischen Ikonen! Und dazu ein Pfarrer, der sich über eine recht aktive russisch-orthodoxe Gemeinde freuen kann. Später haben wir in Niasvizh noch eine über 400 Jahre alte katholische Kirche besucht. Sie gilt als eines der besonderen Schmuckstücke dieses Landes. Von außen betrachtet ist sie in ihrem weißen Anstrich eher bieder. Innen dagegen ist sie nahezu unbeschreiblich schön. Die Fresken an den Wänden, den Decken und in der großen zentralen Kuppel haben alle Kriegstage und andere Zeiten überstanden.
Sehr informativ waren zwei Tag weit draußen auf dem Land in der Region Drahichyn. In Dörfern wie Bezdezh pflegen sie noch die Tradition der Leinentuchherstellung. In Hausarbeit erfolgt das und sorgt für einen guten Nebenverdienst. Haupterwerbsquelle ist die Landwirtschaft. Wir haben eine große private Genossenschaft besucht -5300 ha Ackerland, mehr als 4000 Rinder, eine jährliche Milchproduktion von 8360 Tonnen und 650 Tonnen Fleisch. Dazu ein Maschinenpark, der nicht nur aus belarussischen sondern auch aus vielen deutschen Fahrzeugen besteht.
Inzwischen sind wir in der Hauptstadt Minsk angekommen. Darüber mehr im nächsten Blog.
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Kleine Unterbrechung wegen Weißrussland
Artikel vom 20. Februar 2011
An dieser Stelle werde ich den Rückblick auf 20 Jahre Weltreisen mit der Kamera für ein paar Blogeinträge unterbrechen. Keine Sorge, es wird weiter gehen – die Reise nach Pakistan zum Dach der Welt, die Expeditionen, die auf diesen Auftaktfilm gefolgt sind – die Weltumrundung in 99 Tagen mit den Motorrädern, die Fahrt nach Tibet, der Film über das Meer ohne Wasser und zum Strom der Götter sowie viele, viele Filmreisen mehr, alles wir kommen. Erinnerungen, Geschichten in Wort und auch in vielen Bildern.
Doch für den Augenblick sollen die aktuellen Ereignisse in den Vordergrund treten. Heute am Abend sind wir (Matthias Kofahl und meiner einer) in Bialystock in Ostpolen angekommen. Morgen werden wir nach Weißrussland einreisen. Für drei Wochen haben wir eine Drehgenehmigung bekommen, dürfen durch dieses nahe und doch so unbekannte Land in Osteuropa reisen, schauen, wie die Menschen in diesem politisch so einzigartigem Land leben.
Wir werden die Hauptstadt besuchen, die großen Werke des Landes (wie BelAZ, Luch-Uhrenwerk, eine Raffinerie) sowie die Menschen auf dem Land desgleichen. Auch die noch immer immensen Folgen der Tschernobylkatastrophe werden ein Teil unserer 45-Minutenreportage (Ausstrahlung: Ostersonntag um 18.05 Uhr im MDR) sein, die großen Nationalparks und so manche kulturellen Highlights ebenso.
Hier im Blog werde ich über unsere Reise und die Begegnungen mit den Menschen berichten – wann immer wir dazu die Gelegenheit haben und es die Gegebenheiten zulassen.
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Teil 4 – durch den Iran im Jahr 1991
Artikel vom 9. Februar 2011
Der Iran sollte mir eine Erfahrung bringen, die ich rückblickend als grundlegend bezeichnen möchte und mich bei vielen weiteren Reisen und Filmexpeditionen geprägt hat.
Vor Ort ist es oftmals völlig anders, als wir in Deutschland darüber denken.
Wie oft sollte ich in den kommenden Jahren beispielsweise vor Strecken stehen, die Menschen als extrem schwierig, ja nahezu unpassierbar beschrieben hatten. Als wir dann vor Ort an besagten Stellen waren, glaubten wir so manches Mal ganz wo anders zu sein als an der beschriebenen Strecke. Berichte, die ich vor Antritt der Reise in deutschen Magazinen gelesen hatte, um mich auf das vorzubereiten, was da mich zukommen sollte, erwiesen sich häufig überhöht und spektakulärer geschrieben, als es die Realität war.
Im Iran war es nicht anders. Die Durchquerung der beiden Wüsten wurde in einer Art und Weise beschrieben, dass wir Zweifel hegten, diese in der genehmigten Zeit von sieben Tagen bewältigen zu können. Und wie war es tatsächlich? Wir rollten durch den Wüstenstaat bis hinüber an die pakistanische Grenze auf einem nahezu perfekten Teerband.
Die einzige wirkliche Hürde war die extreme Hitze Anfang September. Kein Tag unter 40 Grad im Schatten. Nein, das Fahren auf dem Motorrad war da kein Spaß mehr, so schön auch die Wüste war. Auch die Dreharbeiten waren bei diesen Bedingungen sehr anstrengend. Aber lohnenswert, allein schon wegen der traumhaften Landschaftsaufnahmen. Und dann lernten wir an den zahlreichen Tankstellen, was wirklich wertvoll war. Ein Liter Benzin kostete umgerechnet 5 Cent, eine Tasse Tee 10 Cent und ein Liter Trinkwasser 1/2 Euro.
Zudem trafen wir auf unbeschreibliche Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen. Selbst in der heiligen Stadt Qom. Spät kamen wir dort an, es war schon dunkel und wir wussten nicht wirklich, wo wir übernachten könnten. Die meisten Hotels waren Moslems vorbehalten. Wo also sollten wir hin? Nun, es war ein geistlicher Würdenträger, der uns zu Bett und sicherer Unterkunft für die beiden Motorräder verhalf. Unser Hotel hatte keinen Parkplatz. Die Bikes aber einfach auf der Straße abzustellen, nein das schien dem Geistlichen dann doch zu unsicher. Kurzerhand besorgte er einen Block weiter einen kleinen Laden, der gerade umgebaut wurde. Wir durften in ihm die Motorräder abstellen.
Wenn wir tagsüber unterwegs waren, verging keine Pause, ohne dass wir nicht von zuhause, von Deutschland, vom Leben dort erzählen mussten. Meist waren wir noch nicht von den Bikes abgestiegen, da umgab uns schon eine Menschentraube. Harald und ich wurden aufgeteilt. Jeder hatte seine Gruppe, der er berichten durfte. Aber das war keine Pflicht für uns, ganz im Gegenteil. Wir fühlten uns geehrt. Und es lehrte uns ein Bild von den Menschen im Iran, welches wir so nicht kannten.
Ein wenig gewöhnungsbedürftig, um es neutral auszudrücken, war der Osten des Irans. Pakistan schon in Gedanken, fuhren wir durch die karge Landschaft. Lange Geraden durch wüstenartige Gegenden. Die Straßen, noch gebaut zu Zeiten des Schahs, in bestechender Qualität. Dort, wo irgendwann einmal Wasser fließen könnte, gab es großzügige Röhren unter der Straße. Wir fuhren vor uns dahin, ein wenig von der Hitze betäubt, ein wenig von den eigenen Gefühlen übermannt. Es war so viel neu, alle paar Kilometer, selbst hier in der Abgeschiedenheit der Wüste. Irgendwann sah ich im Rückspiegel nicht nur meinen Freund Harald auf seinem Bike, sondern auch noch ein paar Gestalten. Aber die verschwammen in meiner Wahrnehmung. Eben noch, vor ein paar Sekunden, als ich an dieser Stelle war, da war doch bloß pure Kargheit! Ich nahm es nicht weiter wichtig. Wenn es sehr heiß ist und man zu wenig Wasser getrunken hat, dann verschwimmt so einiges und man sieht so manches, was gar nicht existiert.
Ein wenig später knatterte ein Helikopter nicht weit neben mir auf der rechten Seite und ich blickte in einen Gewehrlauf. Kein gutes Gefühl. Wie sollte ich nur reagieren? Drosselte ich die Geschwindigkeit, flog auch der Heli langsam. Beschleunigte ich, war auch der Heli schnell. Das Spiel ging so lange, bis wir ein scheinbar nicht enden wollende Tal durchquert hatten. Wir fuhren einen Pass hinauf, der Heli drehte ab.
Eine gute Stunde später brauchten wir Benzin. Normale Tankstellen waren geschlossen, also mussten wir zum Militär. Und dort wurden wir bereits erwartet. Wir seien wohl ein bisschen zu schnell gewesen und hätten den Militärposten in der Wüste überfahren (die Röhre…) ohne anzuhalten. Da habe man mit dem Heli nachschauen wollen, wer denn da auf den beiden Motorrädern unterwegs sei.
Nun ja, das Militär hatte seinen Wissensdurst befriedigt. War doch auch schon was…
Fortsetzung folgt
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Teil 3 – Zum Dach der Welt
Artikel vom 2. Februar 2011
Zum Dach der Welt – nichts mehr und nichts weniger wollten wir. Dem Freund Ruedi das Motorrad bringen war das eine. Aber wenn man schon so weit reisen würde, dann sollte man noch ein paar Kilometer oben drauf legen und zum Dach der Welt reisen. Liegt Karachi im Süden Pakistans, so beherrscht das Himalaja nebst dem Karakorum-Gebirge den Norden des Landes. Etliche 6-, 7- und Achttausender. Seit meiner Kindheit hatte ich von diesen Bergriesen geträumt, nun wollte ich sie mir nicht entgehen lassen.
Österreich, die Fähre vom italienischen Ancona nach Griechenland und schließlich die Türkei einmal von West nach Ost durchquert – all das ging schnell. Die Motorräder liefen gut, das Wetter war fast immer brauchbar. Und mein Schutzengel durfte ein erstes Mal richtig arbeiten. Wohl im Überschwang der Erlebnisse und in Vorfreude auf immer neue Eindrücke und Geschichten, geriet ich selbst verschuldet mitten in den Bergen der Türkei in eine gar heikle Situation. Bergab wollte ich einen LKW überholen, schätze allerdings einen entgegen kommenden Bus falsch ein. Der kam schneller als gedacht. Hätte der Trucker nicht blitzartig reagiert und sein Fahrzeug nach rechts manövriert, wäre die Reise schon hier unweigerlich zu Ende gewesen.
Wenig später standen wir an der Grenze zum Iran. Es war ein eigenartiges Gefühl. Für ganze 7 Tage hatten wir ein Visa bekommen. Viel wussten wir nicht über dieses Land, über die Strecken durch die Wüsten Dash-e-Kebir und Dash-e-Lut. In den Jahren zuvor war viel vom Iran-Irak-Krieg die Rede. Zudem von einem Land, dessen religiöse Führer ein ganze Volk drangsalierte. Dies waren die vorherrschenden Geschichte in den deutschen Medien, auch noch im Jahre 1991. Was also würde uns erwarten jenseits des Schlagbaumes? Würden diese 7 Tage ausreichen, um bis zur pakistanischen Grenze zu gelangen?
Fortsetzung folgt
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