Für die Vorbereitungen blieb nicht wirklich viel Zeit. Das Kameraequipment musste zusammengestellt, Visa für den Iran und Pakistan besorgt werden. Das alleine war schon aufreibend genug und gelang nur deshalb, weil die Beamten in den entsprechenden Botschaften die Idee für abenteuerlich und zugleich lustig empfanden. Die Bearbeitungsfristen würden deshalb freundlich auf eine Minimum reduziert.
In meinem Freund Harald Hornig war schnell ein geeigneter Reisepartner gefunden. Er verfügte über reichlich Erfahrung in Motorrad-Fernfahrten jenseits der europäischen Grenzen und kannte sich als Ingenieur bestens mit den Bikes aus.
Problematisch stellte sich das Verstauen der vielen Sachen dar, die wir gedachten, mit nach Asien nehmen zu wollen. Um es kurz zu machen, es war ein intensiver und teilweise brutaler Lernprozess. Wir hatten zwei Motorräder, sonst nichts Fahrbares, was irgendwie hätte etwas transportieren können. Die Kamera samt Stativ und weiterem Zubehör war gesetzt. Ersatzteile für die beiden Bikes und eine medizinische Erste-Hilfe-Ausrüstung ebenso.
Damit war das zu Verfügung stehende Packvolumen nahezu ausgeschöpft. Also mussten wir an anderer Stelle kräftig sparen. So blieb einem jeden von uns am Ende die folgende Mitnahmeliste: eine Jeans, ein Pullover, vier Unterhosen, vier T-Shirts, ein paar Socken. Mehr nicht. Zugegeben, zu diesem Zeitpunkt schien es mir noch nahezu unmöglich, so eine solche Reise zu bewältigen. Doch bei den folgenden Expeditionen und Ausflügen in die Welt sollte sich daran nichts mehr wesentlich ändern. Ich werde an anderer Stelle noch darüber berichten, wie man mit so wenig Bekleidungsstücken gut über die Runden kommt, wenn man nur die richtige Taktik anwendet.
Vier Tage vor dem Start ereilte mich noch eine deftige Mandelentzündung. Ein Antibiotikum half schnell, zumindest war ich pünktlich zum Start ohne Fieber und glaubte mich stark und fit genug, die lange Fahrt anzutreten.
Fortsetzung folgt
