Monatsarchiv für November 2010

Bericht vom Schnittplatz

Artikel vom 26. November 2010

Draußen schneit es, drinnen auch. Naja, nicht direkt, aber auf den Bildschirmen vom Schnittplatz schon. Wir haben die ersten Tage und Nächte hinter uns. Teil 1 ist fertig geschnitten und widmet sich ganz den Färöer Inseln und Island (samt Schneesturm, den wir dort erlebt haben). Es ist schon eine große Freude, nochmals in Gedanken und Bildern die Expedition erleben zu dürfen. Und es ist schön zu sehen, dass die Geschichten, die ich vor Ort gesammelt habe, nun auch aufgehen, sich gut im Film erzählen lassen.

Ein besonderes Plus sind die vielen Aufnahmen, die wir aus der Luft gedreht haben. Zusammen mit der Musik von Peter Eichstädt ist es ein Hochgenuß, sie so betrachten zu können, wie sie mein Cutter Torsten Zürn montiert hat. Ich möchte nicht zu viel versprechen, aber ich denke, auch die Zuschauer können sich auf wirklich schöne und atemberaubende Bilder freuen!

Inzwischen sind wir beim zweiten Teil angekommen: Lofoten und die nördlichste Gemeinde Norwegens, Gamvik. Wieder schöne Landschaftsaufnahmen, aber ganz andere Geschichten als im ersten Teil. Darüber später mehr, jetzt heißt es weiterarbeiten im Schnittraum!

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Der Schnitt hat begonnen

Artikel vom 22. November 2010

Nun hat das dritte Drittel richtig angefangen. Die letzten vier Tage haben ganz im Zeichen der Vorbereitung der Endfertigung gedient. Also Material sichten und ins Schnittsystem einspielen, den Ablauf der einzelnen vier Folgen skizzieren, dabei den Spannungsbogen richtig aufbauen, Textelemente vom Hirn auf Papier sichern und sich von der Musik inspirieren lassen, die mein Komponist Peter Eichstädt schon vollendet hat.

So weit, so gut. Jetzt kommt der eigentliche Schnitt. Und dafür ist Tortsen Zürn gekommen. Seit 10 Jahren arbeiten wir zusammen, haben alle Filme für den MDR gemeinsam geschnitten. In drei Wochen muss die vierteilige Dokumentation fertig sein. Nicht viel, aber wir kennen es gar nicht anders.

Egal, es wird eine ganz intensive Zeit, in der wir Tag und Nacht nach unseren Vorstellungen definieren. Wir sind zum Glück in keinen “normalen” Tagesablauf eingebunden, können schneiden, wann immer uns danach ist. So haben wir das all die Jahre gemacht. So mancher Tag begann erst gegen 10 Uhr, endete aber dafür spät in der Nacht, kurz vor der Morgendämmerung. So wird es wohl auch dieses Mal wieder werden – und wir freuen uns darauf. Tief eintauchen in Europas eiskalten Norden, und erst wieder zurück kommen, wenn wir den Nordpol erreicht haben, sprich, wenn alle vier Teile nicht nur geschnitten, sondern auch getextet und vertont sind.

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Zurück, aber noch lange nicht am Ende der Reise

Artikel vom 17. November 2010

Wir sind wieder am Ausgangsort der Expedition angekommen, aber die Reise ist noch lange nicht zu Ende. In meinem Kopf bin ich noch immer unterwegs. Meine Augen sehen im geöffneten Zustand all die Dinge in Deutschland um mich herum. Schließe ich sie aber, sehe ich die Bilder der vergangenen 8 Wochen. Ich habe deshalb noch einmal ein paar Fotos der zweiten Hälfte ab Spitzbergen zusammen gestellt – für all jene, die gerne noch ein bisschen mit mir da draußen im Norden Europas verweilen wollen. Fotos, die so auch über die ARD-Datenbank und meinem eigenen Server der Presse im Zusammenhang mit der Berichterstattung über unsere Filmexpedition zur Verfügung stehen.

Wie geht es jetzt weiter? Das dritte Drittel des Filmes steht an. War die Recherche und Organisation das erste Drittel, die Reise selbst das zweit, so folgt mit dem Schnitt nun das letzte Drittel. Die Wegbegleiter ändern sich. Mein wunderbares Team auf dem Weg im Tiefflug zum Nordpol bekommt seine verdiente Pause. Dafür wird mein genialer Schnittmeister Torsten Zürn die nächsten drei Wochen an meiner Seite sein. Dazu gesellt sich der Mann, der seit Jahren für all meine Filme auf so feine und sinnliche Art die Musik schreibt – Peter Eichstädt. Ich freue mich auch diesen Teil der Filmproduktion. Ja, es werden viele Tage und Stunden voller intensiver Arbeit. Aber ja, es wird auch Fest und Hochgenuß für die Sinne. Nach all den Dreharbeiten in Europas eiskaltem Norden wage ich das schon einmal zu behaupten.

Ich werde davon berichten. Natürlich hier an dieser Stelle.

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Glückliche Rückkehr

Artikel vom 14. November 2010

Es ist vollbracht. Genau 8 Wochen nach dem Start sind wir wieder in Deutschland angekommen. Gesund, ohne Probleme und voller Geschichten “im Kasten”. Wir haben den Nordpol im Tiefflug erreicht. Aber was vielleicht noch viel, viel wichtiger ist, wir haben auf dem Weg dorthin und durch Europas eiskalten Norden viele interessante Menschen kennen gelernt. Menschen, die uns aufgenommen, ihre Welt für uns geöffnet haben. Und wir haben sehr beeindruckende Landschaften sehen und die Natur in all ihrer Schönheit (aber auch Gewalt) erleben dürfen.

Für all das bin ich sehr dankbar!

Über so manche Geschichte werde ich hier an dieser Stelle in den kommenden Tagen noch berichten. Auch über die Schnittarbeiten, die in wenigen Tagen beginnen.

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Färöer – wenn Bilder mehr sagen als Tausend Worte

Artikel vom 11. November 2010

Unsere letzte Etappe durch Europas eiskalten Norden – wir sind auf den Färöer Inseln. Und haben Glück. Die heftigen Stürme haben gestern eine Kunstpause eingelegt, die wir für einen Filmflug genutzt haben. Zudem haben wir die Ortschaft Gasadalur besucht. Es gibt nicht wenige, die von diesem Ort als einem der schönsten auf der Welt sprechen. Also widersprechen will ich dem nicht…

Ach ja, ein Wasserfall, der nicht von oben nach unten fließt? Gibt es nicht? Doch! Fotos ansschauen oder / und das letzte Videotagebuch.

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Vulkane, Eisflächen und ein Abschied von Island

Artikel vom 7. November 2010

in aller Kürze – wir sind inzwischen in Torshavn (Färöer) angekommen. Der Flug war ruhig und sehr beeindruckend. Wir konnten die drei Vulkane auf Island sehen und filmen, die zur Zeit und eventuell auch in der Zukunft die größte Bedeutung haben: Der Eyjafjallajökull, der die Nordhalbkugel in diesem Frühjahr in Atem gehalten hat und für viele Flugabsagen gesorgt hat. Der Katla, dem viele Experten nachsagen, er wird für den gewaltigsten Ausbruch seit langer Zeit sorgen (aber keiner kann sagen, wann er ausbrechen wird). Und der Grímsvötn, von dem erwartet wird, dass er bereits in den nächsten Tagen zumindest Rauchzeichen geben wird. Hier sind die Fotos dazu!

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Polarlichter über Hvammstangi / Island

Artikel vom 5. November 2010

Wir haben Glück gehabt. Nach all den Tagen voller Schneestürme war es in der vergangen Nacht windstill und sternenklar. Kurz nach Mitternacht gab es dann ein ganz besondres Schauspiel zu beobachten!

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Islandpferde

Artikel vom 5. November 2010

Für alle Freunde der Islandpferde – schauen, staunen, freuen:

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Island im Schneesturm

Artikel vom 4. November 2010

Es schneit noch immer. Aber wenigstens haben heute am Abend die Winde nachgelassen.

Es ist halt Winter in Island. November. Nichts ungewöhnliches, auch wenn es solch einen heftigen Wintereinbruch in den letzten Jahren nicht mehr gegeben hat. Die Straßen und Pisten sind so einigermaßen passierbar. Die große Ringstraße wird geräumt, doch auf den kleinen Pisten ins Hinterland und abseits dieser Hauptverkehrsroute ist man meist auf sich alleine gestellt. Wir wollten heute zu Helgi, einem Schafbauern, der nebenbei ein begnadeter Schnitzer ist. Die letzte Strecke zu seinem Hof mussten wir zu Fuß absolvieren. Zu hoch die Schneewehen.

Ihn selbst haben wir in seinem Keller gefunden. Einen kleinen Raum hat er in seine Schnitzwerkstatt umgebaut. Figuren aus dem isländischen Alltagsleben sind seine Spezialität. Pferde natürlich, Bauern, die Mitglieder des Männerchores, der Pfarrer, Kinder, Frauen. Vor einigen Tagen war er in der Hauptstadt Reykjavik auf einer Kunstausstellung. Die Besucher waren von seiner Kunst sehr angetan, haben ihm so gut wie alle Figuren abgekauft und Bestellungen mit auf dem Weg gegeben. Gut, dass nun der Winter das ist, da kann mehr Zeit in seinem kleinen Atelier verbringen.

Später waren wir mit Abbi und seiner Frau Claudia bei ihren Islandpferden. Bei den starken Winden war das kein einfacher Dreh.  Zum Glück gehört ein Windblocker zu unserer Ausrüstung. Das Teil schwächt den Wind um 75% ab. Die Kamera dankt es. Nur dumm, wenn der Wind frontal von vorne kommt. Da hilft fast gar nichts, außer viel, viel Zusatzgewicht auf das Stativ, damit die Kamera nicht wackelt. Und die Linse putzen und trocknen. Nach jeder Einstellung. Immer wieder. Aber das hat sich heute gelohnt. Die Islandpferde und mit ihnen Abbi und Claudia filmen zu dürfen, war eine Wohltat für die Sinne. Zu sehen, wie sie miteinander umgehen, dies filmen zu können. Einfach grandios!

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Island – Geschichten und Impressionen vor dem Sturm

Artikel vom 2. November 2010

Was für ein Schneesturm! In manchen Augenblicken können wir kaum 10 Meter weit schauen. Die Schneeflocken kommen waagrecht daher, etliche  Stellen sind verblasen, weil viel zu heftig die Winde sind. Dort, wo Mulden sind, liegt der Schnee dagegen tief und reichlich. Wir sind mit dem Auto unterwegs gewesen, haben für 20 Kilometer eine kleine Ewigkeit gebracht. Der mangelnden Sicht wegen sind wir sehr langsam gefahren. Schneewehen hatten sich aufgebaut, da ist eine sehr vorsichtige Fahrt mehr als angeraten gewesen.

Nun, wir sind inzwischen bei Abbi und Claudia in Hvammstangi. Im Norden Islands ist das, weit abgeschieden von der Hauptstadt Reykjavik. Der Ort selbst hat 600 Einwohner, noch einmal 500 wohnen im Umkreis von rund 50 Kilometern. Zu ihnen gehören Abbi und Claudia. Sie bewirtschaften einen Islandpferdehof gut eine halbe Stunde (wenn normale Wetterbedingungen herrschen) südlich der Ortschaft. Abbi ist hier geboren, der Hof ist seit 103 Jahren im Besitz der Familie. Schon vor rund 1000 Jahren wurde die Stelle in einer isländischen Sage erwähnt. Ein guter Ort für uns, um Geschichten zu sammeln.

Bis heute Morgen hatten wir gute Gelegenheiten dazu. Am Sonntag war das Wetter so gut, dass wir nach dem doch sehr turbulenten Flug von den Lofoten nach Island, einen Tiefflug über die nördliche Region der Insel starten konnten. Richtig ruhig war es nicht in der Luft, aber doch so stabil, dass wieder Luftaufnahmen geglückt sind.

Am Montag haben wir gelernt, dass es nicht nur das Islandpferd gibt, sondern auch das Islandhuhn, wir haben Robben und Eiderenten gesichtet, waren in einer Wollfabrik, die ausschließlich Wolle von isländischen Schafen verarbeitet.

Nun genießen wir den Schneesturm. Morgen soll er noch andauern. Was nicht heißen soll, dass wir nicht auch dann neue interessante Geschichten sammeln können.

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