Monatsarchiv für September 2010

Bilder… Teil 2

Artikel vom 30. September 2010

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Bilder die mehr sagen als viele Worte

Artikel vom 30. September 2010

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Tage, die man nicht beschreiben kann – der geomagnetische Nordpol

Artikel vom 29. September 2010

Ja, ich habe schon viele Orte und Landschaften auf dieser Welt sehen und erleben dürfen. Ja, mir haben viele davon gefallen, mich beeindruckt, nachhaltig sich mir eingeprägt.

Und dennoch, der Tag heute ist ein ganz besonderer. Einer, den ich mit Worten noch nicht richtig fassen kann. Meine Gefühle sind derer zu viele, um sie in wenigen Sätzen zu fassen.

Was ist passiert? Bei allerbestem Wetter sind wir heute Morgen zum Flugfeld raus. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, der Horizont über dem Fjord in Pastellfarben getaucht. Eisberge, soweit das Auge reichte. Wir haben die Kamera mit einer speziellen Halterung seitlich im Flieger eingebaut. Denn an diesem Tag wollten wir mit offener Tür fliegen – was wir schließlich auch getan haben. Und dann ein Flug zuerst über das Inlandeis und schließlich entlang der grönländischen Westküste zum geomagnetischen Nordpol.

Ich denke, ich sollte nun Bilder (werden bald eingestellt) dafür sprechen lassen, die vielleicht transportieren und eine Ahnung aufleben lassen können von dem, was in mir vorgeht.

Wir sind noch lange nicht am Ziel unserer Expedition. In zwei Tagen steht die Überquerung des grönländischen Inlandeises nach Danmarkshavn an. Jürgen will dort eine Messstation einrichten. Nach zwei Nächten werden wir schließlich gen Station Nord aufbrechen, unserem letzten Punkt vor dem eigentlichen Nordpol. Es ist eine meteorologisch-militärische Station, fünf Mann leben dort – das ganze Jahr. Wir dürfen sie besuchen, für 6 Tage bei ihnen sein, ihr Leben ganz am nördlichen Rande Grönlands teilen.

Das alles ist noch Zukunftsmusik. In unserem kleinen Gästehaus der hiesigen wissenschaftlichen Station bereitet Andreas  gerade ein gar köstliches Abendessen. Bouletten und Kartoffelbrei mit Zwiebelringen. Es wird uns ein Festmahl sein.

Fakt ist auf jeden Fall, ohne mein Team hätte ich diesen heutigen Tag nicht erleben, den geomagnetischen Nordpol nicht erreichen können. Und weil ich diese wunderbare Mannschaft um mich habe, sie mich begleiten,  werde ich auch den geografischen Nordpol und schließlich all die anderen Stationen in Europas eiskaltem Norden erreichen – und für meine Zuschauer viele Bilder und Geschichten sammeln . Es ist mein Traum, er wird Realität werden. Weil ein jeder, ob Pilot, Kameraassistent oder Expeditionsarzt sein bestes gibt.

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Tage wie diese (28.IX.) – ein versuchter Einbruch und wunderbare Filmaufnahmen

Artikel vom 29. September 2010

Der Morgen hat es in sich gehabt. Zuerst ein Sonnenaufgang um 9 Uhr Ortszeit, der den Fjord, an dem Qaanaaq liegt, in ein sehr weiches, warmes Licht getaucht hat (siehe Fotos). Einfach wunderbar! Das war das schöne Erlebnis am Morgen.

Das Andere war nicht ganz so nett und hat zu einer unruhigen Nacht geführt, zumindest bei einem Teil der Mannschaft. Der Grund – ein Einbrecher,  der einen Faust großen Stein durch eine Scheibe in das Zimmer geworfen hat, indem unser Wissenschaftler geschlafen hat. Jürgen konnte ihn in die Flucht schlagen, aber keine zwei Stunden später folgte Versuch Nummer zwei. Dieses Mal wollte der Einbrecher eine Leiter anlegen. Allerdings auch wieder ohne Erfolg. Jürgen konnte ihn erneut vertreiben. Die Polizei hat von dem Täter bis jetzt keine Spur. Da ich selber nicht in dem Haus geschlafen habe (die Piloten und Jürgen schliefen in einem kleinen Hotel, der Rest im Gästehaus der wissenschaftlichen Station von Qaanaaq), lass ich unseren Piloten Florian die Ereignisse beschreiben: Jürgen stand auf einmal vor mir und meinte, durch sein Zimmerfenster sei grad ein großer Stein geflogen. Er konnte eine unbekannte Person noch wegjagen, jedoch schleiche der Täter immer noch ums Haus. Wir verständigten sofort Sven, und er wiederum den Dorfpolizisten. Dieser war nach 5 Minuten da, jedoch fehlte vom Täter jede Spur. Der verständigte Hotelbesitzer meinte, er wolle schlafen, jedoch dürfe Jürgen in ein anderes der 5 vorhandenen Zimmer wechseln. Nachdem der Polizist wieder gegangen war, legten wir uns wieder mit etwas flauem Gefühl in unsere Betten. Um 4 …Uhr hörte ich dann wieder Krach, und schaute nach. Auch Jürgen stand wieder im Gang. Der Einbrecher war nochmal zurückgekommen, und versuchte über eine Leiter durch das beschädigte Fenster einzusteigen. Jürgen schrie ihn an, und der Täter flüchtete in die Nacht. Diesmal schafften wir es sogar, den Hotelbesitzer herzubekommen, damit er wenigstens das kaputte Fenster verriegelte.

Ansonsten war es ein schöner Tag in dem 650-Seelen-Dorf. Wir haben mit Svend Erik gedreht, der seit Anfang der 80er Jahre in dieser Abgeschiedenheit lebt. Er kam freiwillig und will auch nicht wirklich wieder weg, genießt seine wissenschaftlichen Arbeiten und vor allem seine Ruhe, die er hier für sich hier gefunden hat. Auch die lange Polarnacht schreckt ich nicht mehr. Ich suche mir das ganze Jahr über Aufgaben, die ich im Haus oder in meinem Labor erledigen muss. Die sammel ich und mach sie dann, wenn es draußen dunkel ist.

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Auf dem Weg in den hohen Norden Grönlands – Teil 2

Artikel vom 28. September 2010

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Auf dem Weg in den hohen Norden Grönlands

Artikel vom 28. September 2010

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Entlang der Westküste hinauf nach Qaanaaq

Artikel vom 27. September 2010

Es ist der 9. Tag unserer Expedition. Nach dem ersten großen Sprung von Leipzig nach Mittel-Grönland und Tagen in Qeqertarsuaq sind wir nun auf dem Weg in die Ortschaft Qaanaaq, die sich rühmen kann die zweitnördlichste, dauerhaft besiedelte zu sein. Nur noch Siorapaluk (liegt ca 100 km nördlich von Qaanaaq) liegt näher am Nordpol. All die anderen Stationen wie Alert in Canada und auch unsere beiden folgenden Stationen Danmarkshavn und Station Nord sind keine natürlichen Siedlungen, sondern haben wissenschaftlichen oder militärischen Ursprung.

Warum nur leben Menschen soweit oben im Norden? Was veranlasst sie, in einem Ort wie Qaanaaq das ganze Jahr über zu bleiben? Was ist es, dass sie von dort nicht flüchten lässt?  Manche sogar, wie der Däne Svend Erik sind extra dort hingezogen. Mit ihm sind wir verabredet. Er wird uns in die Geheimnisse des Ortes einweihen.

Der Start in Aasiaat hatte sich leicht verzögert. Qaanaaq meldete dichten Nebel. Da dort kaum Ausweichlandeplätze vorhanden sind (mit der Ausnahme von Upernavik sowie der US-Airbase in Thule), mussten wir warten, bis die Sicht an unserem Tagesziel klar war und die Wettervorhersage eine solche auch für die Ankunft in 4 Stunden garantierte. Langweilig ist uns deshalb aber nicht geworden. Da der Flugplatz in Aasiaat ein sehr kleiner ist, musste wir unseren Flieger abseits im Schotter parken. Von dort wurde er mit Auto-PS-Stärke und Muskelkraft retour auf geteerten Boden geschoben. Dann galt es, im hinteren Teil der Maschine inmitten all der Kisten und Taschen einen zweiten Sitzplatz zu organisieren. Wir sind nun zu siebt, da Jürgen mit uns sein wird, und zwar bis Spitzbergen, also durch ganz Grönland hindurch. In Danmarkshavn und Station Nord will er Messgeräte installieren.

Inzwischen sind wir in Luft. Allerdings dürfen wir derzeit noch nicht im Sichtflug agieren. Zu viele Wolken verhindern dies. Dennoch haben wir viele spektakuläre Aufnahmen filmen können. Immer wieder reißt die Wolkendecke auf, bieten sich grandiose Ausblicke, die wir mit der Kamera einfangen können. Berge und Täler voller Schnee- und Eisfelder, Gletscherbrüche, steile Felswände und Eisberge über Eisberge. Noch dauert der Flug gut zwei Stunden. Die Aussichten sind gut, wir werden wohl bald in den Sichtflug über gehen können.

Es kam dann doch anders, ganz anders sogar. Aus dem Sichtflug ist nichts geworden, dafür sind Wolken aufgezogen. In allerletzter Sekunde haben unsere beiden Piloten Reinhard und Florian die Landung eingeleitet und glänzend durchgeführt. Ein, zwei Minuten später wäre dies nicht mehr möglich gewesen, hätten wir abbrechen respektive umdrehen müssen. Umso größer war das Hallo von Svend Erik, der uns am Flughafen abgeholt hat. Denn so richtig gerechnet hat er bei diesem Wetter nicht mehr mit uns.

Für morgen ist keine Wetterverbesserung vorhergesagt, es soll bei leichtem Frost schneien. Am Mittwoch könnte es besser sein. Wenn dem so ist, wollen wir die Chance nutzen und die nahe Umgebung im absoluten Tiefflug erkunden. Und schließlich den rund eine Stunde entfernten Geomagnetischen Nordpol erreichen. Was es mit diesem speziell auf sich hat, was der Unterschied zum Magnetischen und Geografischen Nordpol ist, wird uns Jürgen Matzka erklären. Er ist einer der Wissenschaftler schlechthin auf diesem Gebiet.

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Abschied von Qeqertarsuaq

Artikel vom 26. September 2010

Es heißt Abschied nehmen von Qeqertarsuag. Ursprünglich wollten wir via Upernavik nach Qaanaaq, doch wie schon berichtet hat das Wetter einen anderen Plan diktiert, worüber wir am Ende gar nicht traurig waren. Konnten wir doch dafür umso intensiver und tiefer in die Geschichten in Qeqertarsuaq einsteigen. Am Nachmittag gegen 16.00 Uhr soll nun das Boot kommen, welches uns zurück nach Aasiaat bringt (dort steht unser Flieger). Ich bin gespannt, wie die Überfahrt wird. Regen ist angesagt und auch einige Winde. Aber in den vergangenen Tagen hat so manches Mal die Vorhersage nicht wirklich gestimmt. Was auch nicht weiter verwundert, wird diese doch im fernen Dänemark erstellt. Jetzt, vier Stunden vor der Abfahrt ist es zwar ein bisschen windig, aber noch scheint die Sonne. Lassen wir uns überraschen…

Die Vormittagsstunden haben wir genutzt, um mit unserem Super Slow Motion – Prototypen zu experimentieren. Zeitraffer kombiniert mit horizontaler Kamerabewegung. Was dabei rausgekommen ist, gibt es im Videotagebuch Nr. 3 zu sehen.

In der vergangenen Nacht haben wir übrigens erste Polarlichter gesehen. Noch nicht so intensiv und farbenprächtig, wie man es von Fotos kennt, aber dennoch imposant. Der Mond war zu hell. Aber wir sind ja noch einige Zeit unterwegs. Und der Mond nimmt ab. Die Zeit wird kommen, wo wir das Spektakel am Himmel auch mit der Kamera festhalten können.

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Bilder vom Abend

Artikel vom 26. September 2010

…aus Qeqertarsuaq

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Geschichten aus Qeqertarsuaq

Artikel vom 25. September 2010

Wir haben immer noch ein unglaubliches Wetterglück. Sonne satt, nur ein paar Wolken am Himmel, die mehr zur Verzierung dienen denn von drohendem Niederschlag zeugen. Die Temperaturen sind fast zweistellig in der Sonne. Normal ist das nicht, so sagen es uns die Menschen im Dorf.  Schnee wäre eigentlich an der Tagesordnung. Aber niemand will wirklich darüber klagen, dass es im Moment anders ist.  Wir werden es auch nicht tun. Wissen

wir doch, dass unser nächster Ort (Qaanaaq) uns winterlich empfangen wird. Von den darauf folgenden Stationen werden inzwischen tiefe Minusgrade vermeldet. Also genießen, so lange die Sonne noch wärmt.

Jürgen Matzka ist inzwischen mit uns. Hier in Qeqertarsuaq betreibt er eine Station zur Vermessung des Erdmagnetfeldes. Finn, der Tischler des Ortes,  ist bei ihm und verkleidet die kleinen Räume mit den hoch sensiblen Messgeräten neu. Auch wenn es eine Klimaerwärmung gibt, ist es im Winter noch immer bitterkalt. Immer um 10 Uhr gibt es eine Kaffeepause und in den letzten beiden Tagen durften wir dabei sein. Da sitzt er dann mit seinen zwei Mitarbeitern, einer der drei Ortspolizisten kommt auch vorbei, ebenso wie zwei, drei andere Handwerker. Gesprächsthema Nummer eins ist meist die eigene Jagd und die Fischerei.  Doch zur Zeit wird auch oft über die Ölvorkommen gesprochen. Erst vor wenigen Tagen wurde offiziell verkündet, dass sie nun unweit des Ortes im Meer fündig geworden sind. Noch weiß keiner so genau, was das nun bedeutet. Sicher, ein paar Arbeitsplätze mehr würden der Region gut tun. Aber groß ist die Angst vor all zu heftigen Veränderungen. Man fürchtet um die grandiose Natur, die Qeqertarsuaq umgibt.

Wenn Jürgen nicht selbst in der Station ist, kümmert sich Jens um die Pflege der Geräte und um wöchentliche Messungen. Im normalen Berufsleben ist er Tankwart. Da er am Wochenende auch noch als Hilfspolizist dient und sich derzeit um seine drei Kinder alleine kümmern muss (seine Frau ist für zwei Monate auf Fortbildung in einer anderen Ortschaft Grönlands), wird ihn in Zukunft Anni bei der Arbeit in der Station unterstützen. Gut, dass Jürgen jetzt da ist. So kann Anni die Abläufe von ihm lernen.

Andreas Abel Brandt ist der Chef der örtlichen Feuerwehr. 3 Fahrzeuge gibt es – einen Mannschaftstransporter, einen Schlauchwagen und ein Einsatzfahrzeug mit einem großen Tank. Zum letzten Mal in Sachen Feuer mussten sie im Jahre 2005 ausrücken. Seitdem lag ihr Einsatzgebiet außerhalb der Ortschaft.  Denn immer öfter müssen sie Bergsteiger retten, wenn sie sich in den umliegenden Bergen verletzten. Keine leichte Aufgabe, denn meist muss die Rettung zu Fuß erfolgen. Fahrwege in die Berge hinein gibt es nur ganz wenige. Wenn die tägliche Arbeit im Feuerwehrhaus erledigt ist, lässt Andreas einer anderen Leidenschaft gerne freien Lauf. Dann nimmt er sich seine E-Gitarre und kennt nur noch Rockmusik. Weit über die Ortsgrenzen hinaus ist er inzwischen bekannt. Drei CDs hat er veröffentlicht. Seine Fans findet er in ganz Grönland.

Morgen werden wir mit dem Boot zurück nach Aasiaat fahren, dort nächtigen und am Montag entlang der Westküste hinauf nach Qaanaaq fliegen.

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