Artikel vom 27. März 2010
Das Ende naht, aber eine Insel will ich Ihnen noch vorstellen: Kastellorizo. Es ist die östlichste aller griechischen Inseln. Nur drei Kilometer vom türkischen Festland entfernt. Und dennoch eine vergessene Insel. Die offizielle Anreise ist nur über Griechenland möglich. Die Behörden wollen es so. Auf höchster Ebene sind sich die Nachbarn Griechenland und Türkei nicht wirklich grün. Aber Kastellorizo hat nur ein ganz kurzes Flugfeld, die Winde sind oft heftig, da fallen meist die Flüge aus. Bleibt die Fährverbindung nach Rhodos, aber auch die ist sehr windanfällig. Und wenn alle Bedingungen mal gut sind, kommt oft ein Streik dazwischen. Kastellorizo ist so schon mal bis zu 20 Tagen ohne Kontakt zur griechischen Außenwelt.
Aber die Menschen auf diesem wunderbaren Eiland haben sich damit arrangiert, Wege und Möglichkeiten gefunden. Wir werden darüber berichten. Und auch über die Geschichte der Insel. Einst war Kastellorizo für 8000 Menschen eine Heimat, heute jedoch leben nur mehr rund 200 dort.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich auch heute wieder begleiten würden – Start ist um 19:50 Uhr
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Artikel vom 25. März 2010
Nach Sturm, Regen, Langusten und extremer Abgeschiedenheit, die wir auf Tristan da Cunha im Südatlantik erleben konnten, nach deutschen Spuren im Dschungel der Trauminselwelt von Palau, folgt heute Abend eine Insel, die einst einen der wichtigsten Militärposten in Zeiten des kalten Krieges beherbergte. Auf Adak waren bis 1994 8.000 US-Soldaten stationiert. Dann kam der Abzugsbefehl und innerhalb weniger Wochen wurde aus dem belebten, quirligen Adak mit einer bestens ausgebauten Infrastruktur eine Geisterstadt. Heute leben dort rund 150 Menschen – und man fragt sich, warum nur? Adak liegt auf halben Weg zwischen Alaska und Sibirien, ist ungemütlich kalt, aber strahlt dennoch eine eigenartige Faszination aus.
Begleiten Sie mich heute ab 19:50 auf meinem Streifzug durch Adak – ich würde mich sehr freuen, wenn Sie dabei sein würden!
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Artikel vom 23. März 2010
Der Anfang ist grandios gelaufen. Und dafür danke ich all meinen Zuschauern!
Heute geht es weiter, wieder um 19:50 Uhr im MDR TV. Im zweiten Teil verbleiben wir noch ein paar Augenblicke auf Tristan da Cunha. Es gilt noch die Geschichten der Langustenfischer sowie der Golfspieler (ja, auch so etwas gibt es auf dieser Insel!!) zu erzählen. Schließlich wird der Apostolische Präfekt, der zweimal pro Jahr nach Tristan kommt, ein Kind taufen und wir begleiten Joyce und Donald zu ihrem Kartoffelfeld.
Anschließend geht es auf die andere Seite der Erdkugel in den Pazifik. Dort liegt Palau, dass einst zu Deutschland gehörte. Der Kaiser kaufte die Inselrepublik im Jahre 1899, doch bereits 1914 war das deutsche Kapitel beendet. Vergessen und verdrängt sind diese Zeiten, doch Spuren aus dieser Zeit sind noch vorhanden. Und die Insel hat noch viel mehr zu bieten!
Einschalten und dabei sein – ich würde mich sehr darüber freuen!
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Artikel vom 20. März 2010
Die Tristaner sind Selbstversorge. Zu gering die Renten und Löhne. Die Waren im kleinen Supermarkt sind so nicht wirklich erschwinglich. „Ohne unsere eigenen Kartoffeln, die Fische und unsere Kuh sowie den Hühner ist für uns das Überleben auf dieser Insel nicht möglich“, so beschreibt Joyce die Lage. Am Samstag sind deshalb zu ihrem Kartoffelfeld hinaus. 11 kleine, je rund 150 qm große Schollen haben sie dort sowie eine winzig kleine Gerätehütte. Es ist jetzt die Zeit der Aussaat. Deshalb nützt auch der Blick gen Himmel nichts. Es stürmt, es regnet. Joyce lässt uns wissen, dass das zwar Jahr für Jahr mühsamer und unangenehmer wird für sie, aber anders sei sie es nicht gewohnt. Und wenn sie die Arbeit nun vernachlässigen würden, dann würde sich das in ein paar Monaten bitter rächen. Nein, es ist kein einfaches Leben auf Tristan da Cunha. Aber eintauschen möchte es die 71jährige Dame nicht.
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Artikel vom 20. März 2010
Die letzten Tage ist Tristan da Cunha völlig im Sturm und Regen untergegangen. So zumindest könnte man das als Fremder betrachten. Oder aber man schaut einfach, was die Einheimischen aus solch einer Situation machen. Okay, die Fischer können definitiv bei solch einer Wetterlage nicht aufs Meer hinaus fahren. Dafür gönnen sie sich eine ganz besondere Freizeitbeschäftigung. Sie spielen Golf. Dort, wo die hochempfindlichen Messstationen stehen, befindet sich auch der 9-Lochplatz der Tristaner. Einen Golfclub gibt es nicht. Wer Lust hat spielt einfach. Je nach dem, in welchem Bauzustand sich gerade die Observatorien befinden, wird der Kurs neu definiert. Mal ist dann das vierte Loch eben das erste, das zweite wird zum fünften usw. Erlaubt ist was Spaß macht und die teuren Stationen nicht gefährdet. Und der Regen? Stört nicht. Zumindest nicht die Einheimischen. Höchstens einen ausländischen Filmemacher. Aber der hat sich inzwischen daran gewöhnt, nach jeder Einstellung sofort das Objektiv von Wassertropfen zu befreien.
Ein lustiges Ereignis gibt es aus Albatrossbar zu vermelden. In Gedenken an das zur Zeit in München stattfindende Oktoberfest hat ein österreichisch-dänischer Wissenschaftler, der viele Jahr in der bayerischen Hauptstadt gelebt hat, einen bayerischen Stammtisch ins Leben gerufen. Zum Präsidenten wurde ein Norweger ernannt, der Chef der Fischfabrik ist sein Stellvertreter. Hochwürden haben vorab den Segen dazu erteilt. Was will man mehr? Vielleicht weniger Sturm und Regen auf dem Heimweg. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, die auf Tristan da Cunha keinen wirklich interessiert.
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Artikel vom 20. März 2010
Am Samstag war es endlich soweit. Kaum Wolken, nahezu windstill. Kurz nach fünf Uhr in der Früh ertönten deshalb 33 Gongschläge. Das Zeichen für die Tristaner, dass der erwachende Tag ganz im Zeichen der Fischerei steht. Eine Stunde später waren neun Fischerboote bereits auf dem Wasser. Wieder eine Stunde später ein weiteres Boot, das als Springer und Mädchen für alles zwischen den Fischern fungiert. Sind in einem Boot alle Körbe voller Langusten, kommt Kapitän Darren mit seinem Kutter und tauscht leere gegen volle Behälter. Ist ein Motorproblem zu vermelden, liegt es ebenfalls an dem 34-jährigen Seemann, schnellst möglich auf hoher See eine Lösung zu finden. Zwischendrin wirft auch er Körbe aus, um die begehrten Meerestiere zu fangen.
Spannung kam am Nachmittag auf. Auf der Südwestseite der Insel geriet eines der kleinen Fischerboote in Seenot. Der Motor war komplett ausgefallen, die vierköpfige Besatzung war dem rund 3 m hohen Wellenspiel wehrlos ausgesetzt. Nach rund 40 Minuten war Darren zur Stelle, schleppte Boot und Männer sicher zurück in den Hafen. Gegen 17 hieß es schließlich auch für die anderen Fischer Feierabend. Für die Mitarbeiter in der Fischarbeit begann dagegen jetzt die Arbeit.
Heute am Sonntag galt es eine Taufe zu feiern. Deanna Emily Dorothy, süße neun Monate alt, wurde in den Kreis der katholischen Kirche aufgenommen – in einem feierlichen Gottesdienst, den kein geringerer als der Apostolische Prefekt, Monsignore Michael Bernard McPartland hielt. Zweimal pro Jahr kommt er jeweils für vier bis acht Wochen auf die Insel. Dazwischen werden die Gottesdienste von Laienpredigern geleitet. So heißt es also, alle wichtigen kirchlichen Ereignisse immer dann zu feiern, wenn der Gottesvertreter zugegen ist. Der gute Mann wäre zwar gerne öfter hier, aber sein Wirkungsgebiet auf Gottes Erden umfasst rund 1/6 der Erdoberfläche. Genauer gesagt alles, was südlich des Äquators und im Atlantik bis runter zum Südpol liegt. Das sind vor allem einige kleinere Inseln, die ähnlich schwer wie Tristan da Cunha zu erreichen sind.
Da Hochwürden auch vom allgemeinen Leben, auch von dem nördlich des Äquators viel weiß, stieß er auf der anschließenden Feier in der Prince Philip Hall mit uns auf das zur Zeit in München statt findende Oktoberfest an. Als junger Mensch in den 60er Jahren hat er es einst besucht. Ins Schwärmen kommt er heute noch. Die kleine Deanna Emily Dorothy hat davon nicht viel mitbekommen. Sie schlief friedlich auf dem Arm ihrer Mutter Sandra.
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Artikel vom 20. März 2010
Seit ein paar Tagen versuchen wir zusammen mit den Fischern aufs Meer hinaus zu fahren. Doch auch heute ist das Vorhaben gescheitert. Zwar hatten wir eine klare Nacht, und auch am Morgen schien die Sonne. Doch die Winde sind zu heftig. Da alle Fischerboote offen sind, ist das einfach zu gefährlich. Zu viele Fischer sind in den vergangenen 150 Jahren gestorben. Heute gelten daher restriktivere Gesetze. Auch wenn dadurch die Fischfabrik für ein paar Tage still steht.
Wie schnell das Wetter wechselt, haben wir mal wieder gestern bei Dreharbeiten am westlichen Rand von Edinburgh erleben dürfen. Die Erdmagnetfeldforscher wollten als krönenden Abschluss ihrer Bautätigkeiten den entscheidenden Sensor einbauen. Was wir natürlich dokumentieren wollten. Der Weg zu ihnen erfolgte im Sonnenschein. Das Auspacken der Kamera auch noch. Doch als schließlich nach weiteren fünf Minuten der Sensor aus einem Nebengebäude in das eigentliche Observatorium getragen und eingebaut wurde, regnete es. So ist es auf Tristan da Cunha. Immerhin, kaum war die Arbeit verrichtet, bescherte uns Petrus einem sehr schönen Regenbogen.
Für den 30. September ist die Ankunft eines Frachtschiffes angesagt. Die Tristaner freut das sehr, denn inzwischen gehen auf der Insel so manche Vorräte aus. Zucker gibt es schon seit Tagen keinen mehr, das gleiche gilt für viele Haushaltswaren. Schlimmer aber ist, dass die Zutaten fürs Brotbacken nicht mehr zu bekommen sind. Aber ernsthafte Sorgen bereitet dies keinen Insulaner. Sie sind es gewohnt, haben meist zuhause einen ausreichenden Vorrat. Und so lange es Kartoffeln aus dem eigenen Garten und Fisch aus dem Meer gibt, geht die Welt hier sowieso nicht unter.
Die Tatsache, dass auch die meisten alkoholischen Getränke nicht mehr im Supermarkt zu bekommen sind, nun, das ist eine ganz andere Geschichte…
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Artikel vom 20. März 2010
Die Tristaner sind und bleiben mit der Langustenverarbeitung vollauf beschäftigt. Die Fangerträge der vergangenen Woche waren so ergiebig, dass selbst am Samstag in der Fischfabrik gearbeitet werden musste. Dies ist auf dieser Insel etwas seltenes, denn der Samstag ist eigentlich der Tag, an dem fast alle, gleich bei welchem Wetter auch immer, zu den Kartoffelfeldern rauslaufen. Es ist gerade Zeit für die Setzlinge. Und da Kartoffeln das wichtigste Nahrungsmittel neben Fisch und Rindfleisch sind, muss es schon einen wichtigen Grund geben, diesen Tag nicht auf den Feldern zu verbringen. Die Langusten schlagen aber alles, zumal am Anfang des kommenden Monats das Frachtschiff Baltic Trader kommt. Es bringt nicht nur im großen Stil Waren für die Inselbewohner, es nimmt auch die verarbeiteten Langusten mit. Deshalb wird auch am heutigen Montag wieder Hochbetrieb in der Fischfabrik herrschen. Und sobald in dieser Woche das Wetter eine annähernd windstille Phase verspricht, werden die neun offenen Fischerboote erneut auf das Meer hinausfahren. Das nächste Schiff mit Ladekapazität kommt nämlich erst in zwei Monaten.
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Artikel vom 20. März 2010
Am Samstag haben wir am westlichen Rand von Edinburgh ein dänisch-norwegisch-amerikanisches Forscherteam besucht. Mit Hilfe von 6 Einheimischen bauen sie dort ein kleines Observatorium, mit dem das Erdmagnetfeld erforscht werden kann. Es ist nicht die erste wissenschaftliche Einrichtung auf Tristan da Cunha. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen weitere Sensoren und Messstationen, die vor allem unerlaubten Nukleartests auf der Spur sind. Verrückt ist der Standort all dieser Einrichtungen – mitten auf einem Golfplatz. 264 Tristaner haben ihren eigenen 9-Loch-Golfplatz, der gleichzeitig Hühnern und Kühen als idealer Weideplatz dient.
Noch verrückter ist allerdings das Wetter auf dieser Insel. Innerhalb von wenigen Minuten kann hier das Wetter komplett umschlagen. Reicht eben noch ein T-Shirt, gießt und stürmt es kurze Zeit später so sehr, dass selbst Goretex-Bekleidung ungenügend ist. Dann, ein paar Stunden später, weht ein laues Frühlingslüftchen durch das Dorf, dass wenig danach im nass-kalten Nebel versinkt.
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Artikel vom 20. März 2010
Seit gestern erleben wir ein rares Wetterphänomen auf Tristan da Cunha. Es ist nicht nur sonnig und mit rund 15 Grad auch angenehm warm, nein, es ist auch noch windstill. Das Dorf ist deswegen so gut wie leergefegt. Die meisten Männer sind mit den Booten draußen, um zu fischen. Die Frauen sind in der neu erbauten Fischfabrik (die alte ist vor 1 ½ Jahren abgebrannt). Die Spezialität und Haupteinnahmequelle der Insulaner ist Lobster. 185 Tonnen pro Jahr kommen zusammen. Und die wollen erst einmal verarbeitet sein. Erstaunlich für mich, dass in der Abteilung, in der die Lobster von Hand verpacken werden, fast nur ältere Frauen arbeiten. Scheinbar wird nur ihnen die filigrane Arbeit zugetraut. Exakt symmetrisch werden die gefragten Meerestiere einzeln in Klarsichttüten gelegt und anschließend tiefgefroren. Abnehmer sind vor allem Europa, Nordamerika, Japan und Australien.
Gearbeitet wird übrigens so lange, bis alles verarbeitet ist. Sollten also die kommenden Tage auch noch windstill sein, läuft die Fischfabrik fast rund um die Uhr. Kein Tier soll verkommen. Deshalb ist auch unsere Joyce mit von der Partie. Was sie allerdings nicht daran hindert, uns dennoch aufzukochen, als gäbe es kein Morgen mehr…
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