Unsere Zeit auf dem Archipel im Pazifik ist abgelaufen. Vor uns liegt ein langer Weg einmal um den halben Erdball. Das Ziel ist eine ebenso kleine wie vergessene Insel im Mittelmeer. Einst im Mittelalter war sie ein wichtiger Halt auf dem Weg von Mitteleuropa nach Ägypten und Heimat für 15.000 Menschen. Heute leben auf der Insel Kastellorizo nur noch 250 Menschen. Warum dem so ist werden wir in den kommenden Tagen und Wochen erkunden. Für heute heißt es erst einmal packen und in den Flieger steigen.
Die Macht der Frauen
Artikel vom 30. Januar 2010
Palau ist in vielen Dingen anders als andere Inseln und Staaten. Die Lage, die Anzahl der kleinen und kleinsten Felsen und Inseln, die Palau bilden, das stets schwül-warme Klima. Vor allem aber die Verteilung der Macht. Offiziell ist der Staat zutiefst demokratisch, tatsächlich aber haben die Frauen das Sagen. Sie sind das Familienoberhaupt und hüten die Kasse. Hat sie Brüder, so steht ihr ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Braut zu. So kommt es nicht selten vor, dass er die Frau ehelicht, von der die Schwester am meisten überzeugt ist. Der Einzelne zählt wenig, der Familienclan fast alles. Vererbt wird an die älteste Tochter, nie an die Söhne.
Doch Frauen haben nicht nur Macht, sondern tragen auch große Verantwortung. Sie müssen für die Brüder aufkommen – bei der Hochzeit will der Clan der Braut bezahlt werden. Und finden die männlichen Mitglieder keine Arbeit, muss die Schwester für den Unterhalt sorgen.
Dieses System verliert inzwischen langsam an Bedeutung, die Globalisierung und die Einflüsse anderer Kulturen fordern ihren Tribut.
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Spuren des 2ten Weltkrieges auf Peleliu
Artikel vom 28. Januar 2010

Ein Paanzer im Dschungel von Peleliu

Reste eines Kampffliegers – das Cockpit

Funde in den Höhlen auf der Insel Peleliu – sie sollen in den nächsten Jahren den letzten Weg in die Heimat antreten
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Peleliu und das sinnlose Grauen des Krieges…
Artikel vom 28. Januar 2010
… ich glaube, anders ist jener Kriegsakt, der sich in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 auf dieser kleinen Insel abspielte, nicht zu bezeichnen. Japan war seit dem Kauf Palaus im Jahre 1914 (Verkäufer war seinerzeit das Deutsche Kaiserreich) Herrscher über die malerische Inselwelt im westlichen Pazifik.
Mit dem Beginn des 2ten Weltkrieges geriet die Inselgruppe mitten ins Geschehen der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Japan. Rund 12.000 japanische Soldaten waren allein auf Peleliu stationiert. Nun hatte sich die Armeeführung Amerikas entschieden, die Herrschaft Japan auf dieser Insel zu beenden. Doch anstatt einfach eine Seeblockade einzurichten und abzuwarten, bis Hunger und Durst den Gegner zur Aufgabe gezwungen hätte, wurde der Befehl zur Erstürmung Pelelius gegeben. 28.484 US-Amerikanische Soldaten wurden in Marsch gesetzt. Mit verheerenden Folgen. 70 Tage dauert die Schlacht um ein Eiland, welches weder militärstrategische Bedeutung hatte noch über irgendwelche Bodenschätze verfügte. Es war dem starrsinnigen Willen zweier Feldherren zu verdanken, dass am Ende auf der einen Seite außer 19 gefangenen Soldaten alle Japaner ihr Leben in dieser sinnlosen Schlacht verloren. Und auf Seiten der US-Amerikaner 1.460 Tote und 6.459 Verwundete zu beklagen waren.
Noch heute sind Spuren zu sehen. Ein abgeschossenes Flugzeug, mehrere zerstörte Panzer. Nicht zu sehen aber noch immer gefährlich sind all die Mienen und nicht explodierten Granaten und Bomben, die über große Teile der Insel verstreut im Dschungel liegen. Die Menschen auf Peleliu haben so auch noch 66 Jahre danach unter der Schlacht zu leiden.
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Der Bundesstaat Peleliu, die Republik Palau und die Staatsdiener
Artikel vom 26. Januar 2010
Wir sind zurück von der Insel Peleliu. Sie ist eine der wenigen, die etwas größer und somit bewohnt sind. Peleliu ist sogar ein eigener Bundesstaat. 16 sind es an der Zahl, die die Republik Palau bilden. Eine abstruse Konstruktion.
Rund 800 Einwohner hat Peleliu. Was bei uns in Deutschland nicht einmal zu einer eigenen Dorfverwaltung mit Bürgermeister und Gemeinderat reichen würde, ist hier gleich ein ganzer Bundesstaat. Mit entsprechender Verwaltung. Und in der arbeiten ausschließlich Palauaner. Es gehört zum guten Ton, beim Staat angestellt zu sein. Der wiederum bezieht einen Großteil seiner Einnahmen von anderen Ländern. Palau hat als einer der wenigen Staaten Taiwan anerkannt. Klar, dass Taiwan sich im Gegenzug als sehr spendabel erweist. Japan hat von 1914 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Palau besetzt, anschließend war es Teil der USA. Erst 1994 erlangte man die Unabhängigkeit. Japan schick nun nicht nur Touristen, sondern auch Geld. Ähnlich verhält sich die USA. Palau liegt relativ nah vor den Toren Südostasiens mit seinen Staaten China und Nordkorea. Da wird die freundschaftliche Beziehung zu dem Inselstaat mit der strategisch günstigen Lage auch finanziell gefördert. Und natürlich vergessen viele andere Staaten auch nicht, dass das UN-Mitglied Palau über eine Stimme verfügt, die genauso viel zählt wie jene der größten Staaten der Welt.
Mit diesem Hintergrund lässt es sich auf Palau gut leben, auch oder gerade mit 16 Bundesstaaten. Weit mehr als die Hälfte aller arbeitenden Palauaner sind Staatsdiener.
Aber Peleliu hat noch viel mehr zu bieten, als diesen Einblick. Dazu an dieser Stelle bald mehr.
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Phosphatabbau während der deutschen Zeit auf Palau
Artikel vom 21. Januar 2010
Da wir gerade eine gute Internetverbindung haben, will ich die Bilder aus Angaur nachreichen. Deutsche Geschichte auf Palau – Phosphatabbau auf der südlichsten Insel. 1909 waren das Transportsystem und das große Silo betriebsbereit. Doch bereits 1914 endete das deutsche Kapitel auf der Pazifikinsel. Die Anlagen und die Inselgruppe wurden an Japan verkauft. Von den Aktivitäten im Dschungel sind heute nur noch einige Ruinen übrig. Die Natur hat alle Abbauplätze überwuchert. Und auch die Gebäude sind zum Teil nur noch schemenhaft zu erkennen. Selbst das Transportsystem aus Stahl hat den Kräften der Natur wenig entgegenzusetzen.

Die Mauern aus Beton stehen noch – das Silo

...doch die Natur holt sich Stück für Stück alles zurück

Reste des Transportsystems

Einst hartes Grundgerüst, heute nur mehr rostige Grundlage

Nur durch die Kräfte der Natur wird das Zusammenbrechen des Stahgerüstes verhindert
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Die Rock Islands
Artikel vom 20. Januar 2010
Kalksteinfelsen, die unterherum von Wellen, Schnecken und anderen Meeresbewohnern abgefressen sind. Impressionen von den Rock Islands, die das Bild des 300-Insel-Staates Palau prägen.



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Abgeschiedenheit hoch drei
Artikel vom 19. Januar 2010
Diese Inselwelt ist auf ihre Art und Weise ein Paradies. Für jene, die gerne abtauchen, gilt es 400 verschiedene Fische und über 1000 Korallenarten zu entdecken. Wer kein Wasser mag, aber dennoch seine Ruhe genießen möchte, auch der wird hier sein Himmelreich auf Erden finden. Manch eine der rund 300 Inseln ist nur schwer zu erreichen. Wer dort lebt und Kontakt zur Außenwelt pflegen möchte, braucht schon ein eigenes Boot und ein Satellitentelefon.
Und sollte manch einer denken, die Welt könne nicht mehr ohne Highspeed-Internet auskommen, der wird auf Palau eines besseren gelehrt. Schnell ist die Datenleitung an keinem Tag, manchmal gönnt sie sich eine Auszeit. Die Übertragung von normalen E-Mails kann da schon einmal ein bis zwei Stunden in Anspruch nehmen. Das Uploaden eines Videotagesbuches wird in solchen Fällen komplett unmöglich. Darüber aufregen? Nun, in Palau findet man dazu interessante Antworten. Und freut sich über das restliche Inselleben – welches zugegebenermaßen den langsamen Rhythmus als Idealzustand betrachtet.
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Zwischen Haiti und Palau
Artikel vom 17. Januar 2010
Es fällt mir schwer in diesen Tagen vom Leben auf einer Insel zu berichten, die zwar zu den vergessenen Inseln gehört, auf der aber niemand ob dieser Tatsache etwas erleiden muss. Palau mag eine abgelegene Insel sein, trotzdem oder gerade deswegen ist sie eines der Flecken auf der Erde, die man gerne als Paradies beschreibt – in nahezu allen Belangen.
Auf der anderen Seite der Kugel spielen sich derweil dramatische, mit Worten kaum zu beschreibende Szenen ab. Wohl mehr als 100.000 Menschen sind in Haiti gestorben. Und für die Überlebenden werden die Verhältnisse immer schwerer. Lebensmittel, Medizin, es mangelt an vielem in viel zu großen Dimensionen.
Es ist an der Zeit, für den Augenblick inne zu halten. Morgen folgen wieder Berichte und Videotagebücher von einer vergessenen Insel, in der das Leben zur Zeit völlig unbeschwert zu genießen ist.
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Regentage auf Palau
Artikel vom 15. Januar 2010
Unsere Dreharbeite fallen für heute ins Wasser. Nein, wir gehen nicht tauchen, um die sicherlich wunderschöne Unterwasserwelt zu filmen. Das steht erst in den kommenden Tagen auf dem Programm. Es schüttet was das Zeugs hält. Seit dem wir gestern die Aufnahmen auf Angaur beendet haben, scheint der Himmel alle Schleusen geöffnet zu haben. Schon die Rückfahrt übers Meer glich einer einzigen Dusche. Erst war das Wasser so aufgewühlt, die Wellen so hoch, dass wir eine Welle nach der anderen über das kleine Boot bekamen. Dann kam der Regen. Es ist ein warmer Regen, das tröstet. Aber sonnige Südseeträume sehen anders aus. Also, die Außenaufnahmen in Koror, der wichtigsten Siedlung auf Palau, werden wir schieben müssen. Dafür werden wir ins Büro des deutschen Honorarkonsuls auf Palau gehen, ihn interviewen und bei seiner Arbeit filmen.
Für die kommenden Tage ist Wetterbesserung angesagt. Gut so, denn morgen wollen wir mit dem Stiefsohn des Häuptlings zu den Stellen fahren, die gemeinhin als Paradies bezeichnet werden. Unberührte Strände, mit Urwald bewachsene Kalksteinfelsen. Auf einer Insel ist ein kleiner See, in dem Quallen schwimmen. Es sollen die einzigen auf der Welt sein, die nicht mehr giftig sind. Da wollen wir dann freiwillig ins Wasser abtauchen und filmen.
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